
Stell dir vor, deine intimsten Gedanken werden zur Werbezielgruppe.
ChatGPT wird bald Werbung schalten, zumindest laufen schon die ersten Tests. Betroffen sein werden wohl das Gratisabo, aber auch das bezahlte Einsteigerabo. Ja, die Zeiten von “kostenlos im Internet” sind vorbei. Das ist mir klar. Aber hier geht’s um was anderes.
Denn deine Fragen an ChatGPT verraten verdammt viel über dich. Das ist nicht einfach ein “Suchverlauf”. Das ist ein Echtzeit-Protokoll deiner Gedanken, deiner Zweifel und deiner Wissenslücken.
Ich würde mich jetzt, was Datenschutz angeht, so durchschnittlich sensibel einschätzen. Nicht paranoid, aber auch nicht naiv. Und trotzdem: Ich mag meine Werbung eigentlich lieber divers. Nicht so… wissend. Und, wenn ich ehrlich bin: Ich finde auch kaum einen Use Case für diese Daten, der nicht ein schales Gefühl hinterlässt. Alles legal? Vermutlich. Alles moralisch okay? Definitiv nicht.
Ein Beispiel – Der Recruiter-Traum:
«Hier sind 200 Senior Developers, mit hohem Retention-Risk-Score, hohes Skill-Level aus Fachfragen und steigendem Frustrationslevel über Zeit. Soll ich das Anschreiben vorbereiten?»
Und was für Leads erhält man, wenn man nach einer bestimmten emotionalen Verfassung sucht? Verhaltensvorhersagen einbezieht? Scary. Und das Ding ist: Die Techfirmen werden das umsetzen.
Vielleicht bin ich zu skeptisch. Vielleicht wird OpenAI das super sauber lösen. Vielleicht wird’s echt nur harmlose Produktwerbung. Aber ich bezweifle es.
Wo ziehst du die Grenze bei personalisierten KI-Diensten?