
Ich liebe es, mit KI zu arbeiten. KI kann diese Welt verbessern – aber nicht mit den Methoden des letzten Jahrhunderts.
Die Energiewende braucht Batterien. Batterien brauchen Lithium, Kobalt, Graphit. KI-Infrastruktur braucht auch genau diese Rohstoffe. Die Nachfrage nach diesen kritischen Mineralien wird sich laut der Internationalen Energieagentur bis 2040 vervierfachen.
Das Problem ist nicht die Nachfrage. Das Problem ist, wie wir sie decken.
Die Demokratische Republik Kongo liefert rund 70% des weltweiten Kobalts. Gleichzeitig leben dort über 60% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Der Reichtum im Boden kommt nicht bei den Menschen an. Im Lithium-Dreieck Südamerikas wird Grundwasser für den Abbau abgepumpt. Indigene Gemeinschaften verlieren so ihre Wasserquellen.
Und auch näher bei uns zeigen sich Spannungen: In einigen US-Regionen steigen Strompreise für Haushalte, weil sich Tech-Konzerne langfristige Sonderkonditionen für ihre Rechenzentren aushandeln und die Haushalte diese Sonderpreise quersubventionieren müssen.
Wir kennen diese Muster: Kosten externalisieren, Gewinne privatisieren, die Folgen ausblenden.
Es geht auch anders. KI und Nachhaltigkeit können zusammengehen – wenn wir es bewusst angehen:
→ Frag nach, woher die Ressourcen kommen. Bei deinem Cloud-Provider, beim Startup, beim Arbeitgeber. Transparenz entsteht durch Nachfrage.
→ Mach Nachhaltigkeit zum Entscheidungskriterium – nicht nur den Preis.
→ Denk in True Cost: Was kostet das wirklich, für Mensch und Umwelt?
Ich liebe die Arbeit mit KI und ich bin nicht perfekt nachhaltig. Aber ich bin heute etwas bewusster als gestern.