
Sardinien. Frühsommer. Wir reisten umher, schauten uns Landschaften und Ausgrabungsstätten an und machten kleine Abstecher an den Strand. Nachmittags arbeitete ich ein wenig und wollte schnell eine Anfrage an ChatGPT schicken.
«This service is not available in your region» – ChatGPT war in Italien geblockt. Irgendeine regulatorische Auflage nicht erfüllt. Egal warum – ich kam nicht rein.
Das ist der Moment, in dem aus «Cloud first» plötzlich «Cloud? Oh shit.» wird.
Wir haben uns daran gewöhnt, oder? KI-Tools sind immer da. Wie Strom aus der Steckdose. Bis sie es nicht mehr sind. Und es muss nicht Italien sein. Die Gründe für einen Ausfall sind vielfältig:
- Ein technischer Ausfall bei OpenAI (kommt vor)
- Ein Limite erreicht (passiert regelmässig)
- Eine neue Regulierung (passierte mir in Sardinien)
Die unbequeme Wahrheit: Du hast über keinen dieser Faktoren echte Kontrolle. Diese Erfahrung hat mir etwas Wichtiges gezeigt: Digitale Resilienz ist kein Nice-to-have mehr. Sie ist eine Kernkompetenz.
Mit einem lokalen Chatbot (LLM) wäre mir das nicht passiert. Ein Modell, welches auf meinem Rechner läuft. Offline und darum immer verfügbar. Klingt verlockend, oder?
Aber – und das ist ein grosses Aber – lokale Chatbots (LLM) sind keine plug-and-play Lösungen.
Es gibt die hohe Hürde, dass einige Chatbots schlicht und einfach nicht gut genug sind. Und daneben gibt es noch einige technische Hürden (Hardware, Updates, etc.).
Die Frage ist also nicht: Was ist besser – Cloud oder lokal?
Die Frage ist: Was ist dein grösseres Risiko?
Ist es die Abhängigkeit von einem Cloud-Service, der jederzeit ausfallen, blockiert werden oder die Regeln ändern kann? Oder ist es der Aufwand für lokales Testing, Setup und Maintenance, plus die potenzielle Performance-Einbusse? Beide Risiken sind real. Beide haben Konsequenzen. Du kannst dir nicht aussuchen, ob du ein Risiko eingehst – nur welches.
Meine Erfahrungen mit lokalen Chatbots habe ich hier zusammengestellt: